Borgward - Lloyd

Borgward Isabella

Die Isabella spielte in den 50er und 60er Jahren die Rolle, die heute etwa ein 5er BMW spielt: Gehobene Mittelklasse mit sportlichen Ambitionen. Für Wiking war die Isabella ein Testfall. Erstmalig versuchte man sich an einem PKW mit einer Verglasung. Sie war aber noch ein arger Kompromiss, da man die seitlichen und vorderen Fensterholme weg lassen musste. Mit der Bemalung am grünen Modell sieht sie irgendwie besser aus.

Isabella Neuauflage

In der Neuauflage bekam die Isabella die vorher fehlenden Dachholme. Das Kühlergesicht ist kein extra Gravurteil, sondern in die Karosserieform integriert. Am später entwickelten Coupé kann man die weiteren Fortschritte im Formenbau bewundern.

Isabella Coupé
Lloyd Alexander und Alexander TS

Mit dem kleinen Lloyd wurde anfangs der 50er Jahre bei Borgward richtig Geld verdient. Die unsäglich heulenden Zweitaktmotörchen und die mit Kunstleder überzogene Sperrholzkarosserie brachten ihm den Spitznamen "Leukoplastbomber" ein. Dieser Spottname hielt sich auch, nachdem längst auf Blech und 4-Takt Motor umgestellt war. Das erfolgreiche Anfangsmodell wurde so nach und nach zur Belastung, zumal die Karosserieform sich nicht wesentlich verändert hat. Wer 1960 einen Alexander oder Alexander TS bestellte, sah sich nicht selten dem Spott seiner Nachbarn und Kollegen ausgesetzt. Eine Tatsache, die den Verkaufszahlen sicher nicht gut tat.

Lloyd Arabella

Die Arabella war zu ihrer Zeit eigentlich ein sehr hübsches und sauber konstruiertes Fahrzeug. Sie fand auch allgemein Anklang und Zustimmung. So ist es schlicht unfasslich, dass sie zum Sargnagel des gesamten Bogward Konzerns wurde. Dies hatte mehrere Gründe: Zunächst verteuerten sich die Entwicklungskosten erheblich, da man zu spät merkte, dass der bei Goliath vorhandene und auch für die Arabella vorgesehene Motor des Hansa 1100 nicht passte. Im letzten Moment musste ein neuer Motor entwickelt werden. Die bei Borgward üblichen Kinderkrankheiten (Aquabella) und der Name Lloyd, der mittlerweile zum Imagemörder wurde, waren auch nicht hilfreich. Am Schlimmsten aber war die Tatsache, dass man sich im Verkaufspreis völlig verkalkuliert hatte. Nach ca. 30000 verkauften Wagen stellte man fest, dass man pro Fahrzeug ca. 400 DM drauflegte. Kredite um den Fehlbetrag auszugleichen wurden zunächst gewährt, dann aber zurückgezogen.  Im SPD geführten Bremer Senat, der die Katastrophe mittels Bürgschaft hätte verhindern können, hatte Bogward, der gerne den Bonzen mit der dicken Zigarre heraushängen ließ, naturgemäß keine Freunde. Daß über 20000 Arbeitsplätze auf dem Spiel standen schien damals noch niemanden zu interessieren. So nahm das Verhängnis seinen Lauf. Vergleicht man die Szenerie mit den Vorgängen bei Opel, dann sieht man wie die Zeiten sich geändert haben.